Ende einer Durststrecke

Sonntag, den 26. November 2017 um 10:58 Uhr

USC weist Aufsteiger Warnemünde in die Schranken: 3:0 vor imposanter Kulisse


Der USC Braunschweig gewinnt in der Volleyball-Bundesliga auswärts beim SV Warnemünde – und beendet damit eine Serie von sechs Niederlagen in Folge.

In Sachen „Drumherum“ bewiesen die Gastgeber nahezu Erstligatauglichkeit: Fast 500 Zuschauer wollten die Partie in der OSPA-Arena in Rostock erleben. Dazu eine professionelle Performance bei der Präsentation der Teams mit Light-Show und sehenswertem Image-Film. Mittendrin in der zweiten Liga jedoch wurde Warnemünde mit den harten Realitäten des Spielbetriebs konfrontiert: Satz eins und zwei war geprägt von Fehlern der Hausherren und fast wie aus einem Guss aufspielenden Gästen. Braunschweig hatte dazu den besseren Block. „Wir haben endlich mal wieder gut aufgeschlagen und die Taktik in diesem Bereich umgesetzt“, lobte Trainer Weber. Das habe es dem Block einfacher gemacht. Mit 25:17 und 25:20 bewies der USC, dass er das Siegen noch nicht verlernt hat. Nachdem sie in den letzten Spielen regelmäßig in den ersten Sätzen stark gespielt hätten, sei zu dem Zeitpunkt aber niemand sicher gewesen, räumten Trainer Weber und Co-Trainer Rogalski ein.

Sie sollten recht behalten. Im dritten Satz schien sich das Blatt zu wenden. Die Gastgeber waren in Block und Angriff überlegen, gewannen die langen Ballwechsel und hatten das zahlreiche Publikum hinter sich. Auf Braunschweiger Seite haderte das Trainerteam mit der Abwehr und der Verwertung der Angriffe, wo sich viele Fehler einschlichen. Bei 24:20 für Warnemünde schien bereits alles entschieden, bis Stefan Spieweg zum Aufschlag gelangte. Dieser beförderte den Ball nach der Devise „Hop oder Top“ ins gegnerische Feld und egalisierte den Spielstand. Auch Auszeiten und Einwechslungen auf Warnemünder Seite konnten den USC nicht aufhalten, so dass der Satz mit 26:24 an die Gäste ging.

„Ein ganz wichtiger Sieg für uns, weil wir damit den Abstand auf die hinteren Tabellenplätze vergrößert haben“, bilanzierte Markus Weber und ergänzte: „Jetzt wollen wir daheim gegen Delbrück nachlegen, um mindestens den Platz im Mittelfeld zu festigen.“ Die nächste Partie der Braunschweiger findet am kommenden Samstag in der Tunica-Halle statt.


Aktualisiert ( Sonntag, den 26. November 2017 um 11:30 Uhr )
 

Essen schmeckt dem USC schlecht

Sonntag, den 19. November 2017 um 07:51 Uhr

Weber-Team scheitert bei 1:3 Niederlage an überragender Feldverteidigung der Gäste


Der USC Braunschweig läuft auch im fünften Spiel in Folge dem Erfolg hinterher. 3:1 verloren die Löwenstädter am Samstag in der Tunica-Halle gegen den VV Humann Essen.

Mannschaftskapitän Hannes Gottschall hatte schon vor dem Match gewarnt: „Die Essener machen kaum Fehler. Das liegt uns nicht unbedingt“ - und lag damit goldrichtig. Dabei hatten die Gastgeber den Gegner im ersten Satz regelrecht dominiert. „Unsere Aufschlagtaktik ging auf und in der Folge hat unser Block ganze Arbeit geleistet“, analysierte Trainer Markus Weber. Essen scheiterte ein ums andere Mal spektakulär am Braunschweiger Block, so dass Stammzuspieler Brar Ketelsen die Ideen auszugehen schienen.

Der folgerichtige Wechsel mit Thomas Wojtczak machte sich für die Westfalen bezahlt. Dieser hatte stets das „richtige Händchen“ für den erfolgreichen Angreifer. Dazu bissen sich die Braunschweiger an der Feldabwehr des Tabellenfünften die Zähne aus, was USC-Mittelblock Börge Albers zu der Bemerkung veranlasste, dass Essen ab Satz zwei wieder „wie Essen“ gespielt habe – und spielte damit auf die in der Liga „berüchtigten“ Essener Tugenden wie überragenden Kampfgeist mit schwer zu überwindende Feldabwehr an.

Die Hausherren gaben das Heft aus der Hand. 19:25 hieß es in Satz zwei für die eher klein gewachsenen Gäste, denen die körperliche Unterlegenheit aber kein Hindernis war.

Für Braunschweig begann dagegen ein Hürdenlauf: Ganz gleich ob Annahme, Block oder Feldabwehr, Essen schien stets den längeren Atem zu haben. Beim 23:25 in Satz drei zeigte das Heim-Team zumindest Moral, kämpfte sich in der Endphase trotz hohen Rückstands heran.

Ähnliches Bild in Satz vier: Essen führte lange, Braunschweig holte in der Schlussphase auf – und ging dann doch leer aus, weil die Essener Feldabwehr einen Glanztag erwischt hatte und im Angriff nach Verteidigungsaktionen nicht zu halten war.

Für den USC geht es nun am kommenden Wochenende nach Warnemünde. Der Aufsteiger steht nach einer 1:3 Niederlage gegen Bitterfeld mit dem Rücken zur Wand. Braunschweigs Coach Weber warnte deshalb davor, nur auf den Tabellenstand zu schielen: „Wir müssen erst einmal eigene Fehler abstellen, und uns nicht schon nach einem gewonnenen Satz in Sicherheit wiegen.“

Aktualisiert ( Sonntag, den 19. November 2017 um 08:06 Uhr )
 

Auftaktsieg

Sonntag, den 17. September 2017 um 08:41 Uhr

USC holt drei Punkte in Hürth – Gut gerüstet für Heimpremiere

Perfekter Start für das Braunschweiger Bundesligateam: 3:1 siegten die Schützlinge von Cheftrainer Markus Weber am Samstagabend beim TVA Hürth. Kapitän Johannes Gottschall wurde erster Most Valuable Player.

Wohl kaum ein Verantwortlicher bei den Bundesliga-Volleyballern des USC Braunschweig wird den Auftakt der vergangenen Saison so ganz vergessen haben: Die Löwenstädter liefen dem ersten Erfolg damals lange hinterher und schienen sich bis zum letzten Spieltag nie richtig von den Negativ-Erlebnissen erholt zu haben. Auch der TVA Hürth fügte dem USC seinerzeit eine Niederlage bei, präsentierte sich laut Co-Trainer Frank Rogalski „wie aus einem Guss“.

Vor diesem Hintergrund wirkt das 3:1 des USC vom Samstag fast schon wie ein verändertes Vorzeichen. Und auch die Art und Weise, wie die Braunschweiger im Rheinland zu Werke gingen, geht in diese Richtung.

„Wir haben stark aufgeschlagen“, freute sich Trainer Weber und ergänzt: „Alles, was wir trainiert haben, wurde schon sehr gut umgesetzt.“ Dabei standen eben jene Vorzeichen noch am Freitagabend nicht all zu günstig. Hauptangreifer Marvin Koch kurierte eine Erkältung aus; ein Vertreter für dessen Position, Bastian Ebeling, befand sich nach Urlaubsaufenthalt noch nicht in Bestform. Dazu hatte Weber bei der Abstimmung zwischen Zuspielern und Angreifern noch einige Defizite festgestellt. Und dann ausgerechnet die weite Fahrt ins Rheinland „vor der Brust“.

Seine Spieler ließen sich davon nicht beirren, im Gegenteil. Bis auf Satz drei, wo laut Weber wieder alte Negativ-Tugenden belebt wurden, hatten die Braunschweiger das Spiel jederzeit im Griff – und bewältigten auch einen 11:15 Rückstand in Satz Nummer vier. Weber kritisierte: „Einige schienen das Spiel nach zwei guten Sätzen im Kopf schon gewonnen zu haben.“ Aber auch da überzeugte sein Team und holte Punkt für Punkt auf. „Hürth hatte über das gesamte Spiel Probleme mit unserem Aufschlag“, erklärte Weber. Dadurch habe der Gegner nur wenige Pässe spielen können, was dem USC die Abwehr erleichtert habe.

Nach der Erleichterung über den ersten Erfolg wartet der nächste schwere Gegner. Der FC Schüttorf 09 hat sich nochmals personell verstärkt und gastiert am kommenden Wochenende in Braunschweig. Auch ein Gegner, gegen den der USC in der vergangenen Spielzeit zunächst den Kürzeren zog. Mit den veränderten Vorzeichen aus dem Hürth-Spiel im Rücken dürfte die Vergangenheit den Verantwortlichen beim USC aber kaum noch Kopfzerbrechen bereiten.

 

Bundesliga-Spieler hilft Nachwuchs auf die Sprünge

Samstag, den 07. Oktober 2017 um 06:10 Uhr

Moritz Angele unterstützte das Trainer-Team beim Herbst-Camp und „hinterläschst“ bleibenden Eindruck

Zuletzt wegen einer Verletzung zum Pausieren verdammt, betätigte sich Moritz Angele kürzlich als Trainer. Beim Herbst-Camp des USC Braunschweig brachte der Bundesliga-Mittelblocker Kindern baggern und pritschen bei.

„Kommt der Trainer aus dem Ausland nochmal?“, fragen zwei Teilnehmerinnen des Herbst-Camps des USC Braunschweig. Aus dem Ausland? Felix, Frank oder Philipp, die Trainer der Veranstaltung? „Na, der so anders spricht, so bayerisch“, ergänzen sie. Knapp daneben, aber der Groschen fällt: Moritz ist gemeint. Der kommt aus Baden-Württemberg, dem Land, wo man bekanntlich alles kann, außer Hochdeutsch. Und das führte die Viertklässler auf die falsche Fährte. Doch der 22-jährige hat nicht nur mit seinem Dialekt Eindruck hinterlassen.

Moritz stammt aus der Nähe von Ulm. 10 Jahre war er, als er in seiner schwäbischen Heimat mit dem Sport begann. Später wurde der VfB Friedrichshafen auf ihn aufmerksam, Top-Adresse im deutschen Herren-Volleyball. Mit seinem Team wurde er 2014 deutscher Meister und kam nach Braunschweig – der damalige Bundesliga-Coach Thorsten Galgonek lockte ihn in die Löwenstadt.

Ein freiwilliges soziales Jahr wurde im USC und beim Gymnasium Martino Katharineum absolviert. Hier war er bereits als Trainer aktiv und betreute die Schülerinnen und Schüler sowie einige Jugendteams im Verein.

Die Erfahrung nutzte er beim Training des jüngsten Nachwuchses. 28 Kinder hatten sich beim Herbst-Camp des USC angemeldet und bekamen vom Moritz Angele Tipps zu den Grundtechniken. Auch professionelles Aufwärmen stand auf dem Programm. „Wir haben den Kindern viel gezeigt, alle haben gut mitgemacht“, lobte Angele.

Den Kindern gefiel es ebenfalls. Am Tag darauf durften sie das Erlernte bei einem kleinen Turnier anwenden. Fast wie ihr kurzzeitiger Trainer: Gegen den VC Mitteldeutschland am kommenden Wochenende ist Moritz Angele nach dreiwöchiger Verletzungspause wieder mit von der Partie.

alt