Derbysieg für USC

Sonntag, den 24. September 2017 um 09:05 Uhr

Beim 3:1 Erfolg gegen Schüttorf offenbaren die Braunschweiger neben neu gewonnener Stärke auch ungewohnte Einsichten in die Frage: „Was ziehe ich an?“

Der USC Braunschweig feiert eine fast perfekte Heimpremiere: 3:1 (25:18, 16:25, 25:20, 27:25) besiegten die Schützlinge von Trainer Markus Weber den FC Schüttorf 09 am Samstag im Niedersachsenderby.

Zweiter Spieltag. Kein Zeitpunkt, um Geschichte zu schreiben. Aber um Geschichten zu erzählen. Volker Ernst kennt eine davon nur all zu genau: „In meiner Zeit als Manager für den USC in der Bundesliga haben wir die ersten Spiele der Saison noch nie gewonnen.“ Was folgte, waren oft „Geschichten zum Gruseln“ mit Happy End. Regelmäßig begann das große Bangen um den Ligaverbleib bereits mit den ersten Spieltagen, um dann kurz vor Schluss „das Letzte“, sprich: den Abstieg aus der Bundesliga, zu vermeiden.

Sein Team ist auf dem besten Weg in dieser Saison schon am Anfang Schluss damit zu machen und frühzeitig Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Nach dem Auftakterfolg in Hürth, bewies der USC dabei auch daheim neu gewonnenes Selbstvertrauen. „Schüttorf hat eine starke Mannschaft, auf die wir uns aber sehr gut einstellen konnten“, erklärte Trainer Markus Weber den Erfolg. Mit Aufschlägen setzten die Löwenstädter den Gegner unter Druck. Schüttorf, bekannt für sein schnelles Angriffsspiel auf allen Positionen, gelang es dadurch nie, den eigenen Rhythmus zu finden. Was folgte waren oft hohe Pässe auf die Außenpositionen, gegen die die Gastgeber mit einem passablen Block und der besseren Feldverteidigung reichlich Gegenmittel hatten.

Lediglich in Satz zwei begannen wieder die alten Geschichten, als trotz mahnender Worte von Mittelblocker Moritz Angele, das ganze Gebäude wieder einzustürzen drohte. Angele, der wegen einer Armverletzung nur zuschauen durfte und das als schwerer als jedes Spiel empfand, beklagte alte Untugenden, wie Diskussionen um Schiedsrichter-Entscheidungen. „Konzentriert Euch endlich aufs Spiel“, machte er seinem Unmut über Spiel und Zwangspause lautstark Luft. Schüttorf hatte da mit einem 25:16 Satzerfolg gerade wieder Mut geschöpft.

Angeles Worten musste das Trainer-Team nicht viel hinzufügen, wechselte dennoch im Zuspiel und brachte Hendrik Ahlborn. Der sollte am Ende nicht nur als Most Valuable Player ausgezeichnet werden, sondern gleich ein eher unbekanntes Kapitel in der Chronik des Clubs aufschlagen. Der USC befreite sich aus einem bis auf die obersten Ränge der Tunica-Halle sicht- und spürbaren Tief – was in der Vergangenheit niemals als Tugend Platz in den Geschichtsbüchern hätte finden dürfen. Selbst in Satz vier, wo ein umkämpfter Ballwechsel den nächsten jagte, ließen sich die Gastgeber nicht beirren und verbuchten ein 27:25 und damit die nächsten drei Punkte für sich.

Trainer Weber warb im Anschluss für Besonnenheit und harte Arbeit: „Für mich ist das nur ein Anfang, nicht mehr.“ Wie ernst er das meinte, merkte sein Team, das mit Blick auf das lange Feiertagswochenende auf einen Tag trainingsfrei gehofft hatte, spätestens, als er seine erfolgreichen Bemühungen um Hallenöffnung am Tag der deutschen Einheit bekannt gab.

Mit einem Augenzwinkern fügte Weber dem erfolgreichen Spieltag aber eine weitere Geschichte hinzu: Was Udo Lattek sein Pullover war, verortete der Coach ein paar Etagen tiefer und wies, wie die Fußball-Trainerlegende, auf die hohe Bedeutung von Textilien im Leistungssport hin. Sein Team lief, wie schon in Hürth, im daheim ungewohnten Blau auf. Und seine Socken, so der Cheftrainer, habe er nach dem Punktgewinn im Rheinland nur gewaschen, aber nicht gewechselt.

Aktualisiert ( Sonntag, den 24. September 2017 um 09:21 Uhr )
 

Familienbande

Samstag, den 09. September 2017 um 06:12 Uhr

Neuzugang aus Tecklenburg: Matthis Horstjan folgt seinem Bruder Joscha zum USC-Bundesliga-Team

Tecklenburg? Kein Tippfehler. Knapp 10.000 Einwohner, ländlich gelegen inmitten der Gemeinden Ladbergen, Lengerich und Westerkappeln im Kreis Steinfurt. Keine Metropolen, aber zumindest in der Nähe von Osnabrück und gerade noch im nordwestlichsten Zipfel von Nordrhein-Westfalen. Eine Festspielstadt mit vielen Fachwerkhäusern – dazu eine kleine, aber feine Adresse für guten Volleyball.

Da kommt er also her, der einzige Neuzugang im Kader des USC: Matthis Horstjan, 20 Jahre alt, Abitur in der Tasche und kaum Gepäck dabei. „Solange die Saison noch nicht läuft, fahre ich am Wochenende gerne mal nach Hause“, räumt der Bruder von Mittelblocker Joscha Horstjan ein. „Zum Feiern“, fügt der schmunzelnd hinzu.

Mit Feiern hat das Engagement des Universalspielers mit Annahmequalitäten eine Menge zu tun, basiert die Familienbande doch nicht zuletzt auf dem Besuch der Horstjans beim Braunschweiger Weihnachtsmarkt. Schnell fand Matthis Gefallen an der „großen Stadt“. 25 mal größer als die, in der er aufgewachsen ist, musste er nicht zwei Mal überlegen, um bei den Löwenstädter anzuheuern. „Den USC kannte ich schon aus Spielen auf Landesebene“, erklärt Matthis. Vielfach standen sich die Tebu Volleys aus dem Westen den Ost-Niedersachsen erst im Finale gegenüber – und reisten anschließend gemeinsam zu nationalen Titelkämpfen. Nun stehen sie auch gemeinsam auf dem Feld.

In der letzten Saison kämpften Braunschweig und Tecklenburg beide um Punkte in der Bundesliga. Der Aufsteiger hatte zuvor mit dem Einzug ins Viertelfinale des DVV-Pokals von sich reden gemacht – Horstjans bislang größter sportlicher Erfolg neben Rang drei beim Bundespokal, dem Vergleich der besten Volleyballer aller Bundesländer. Am Ende der vergangenen Spielzeit reichte es für den einen nicht, für den anderen nur durch die Hintertür. Braunschweig hielt die Klasse, Tecklenburg trat den Gang in Liga drei an – und Matthis Horstjan nutzte die Gelegenheit, sich neu zu orientieren, schrieb sich zudem in den Studiengang Bauingenieurwesen an der hiesigen Universität ein.

Der Einstieg beim USC lief folglich reibungslos ab – außer, so verrät Trainer Markus Weber, dass die Verantwortlichen für einen Moment überlegt hatten, den „Neuen“ erst einmal in der Regionalliga einzusetzen, was nach dem ersten Probetraining umgehend verworfen wurde. Und es soll weiter laufen: „Wenn alles stimmt, können wir auch in der oberen Tabellenhälfte landen“, zeigt sich der Ex-Landesauswahlspieler optimistisch. Matthis will fleißig daran mitwirken, schätzt die neuen Impulse, die er in Braunschweig bekommt. Zum Beispiel den für ihn neuen Annahmeriegel, andere Schwerpunkte bei der Technik oder die aktuell anstehende Verbesserung im Aufschlag bei allen Spielern. Das wichtigste für ihn sei, sich persönlich in einem gut funktionierenden Team weiterzuentwickeln.

Trainer Weber lobt die universelle Einsetzbarkeit seines Neuzugangs: „Matthis hat gute Fähigkeiten für den Einsatz auf der vier. Er kann aber auch auf der Diagonalposition eingesetzt werden.“ Dies bewies er jüngst bei einem Turnier, wo Webers Team gegen Titelkandidat Giesen stark aufspielte.

Giesen? Titelkandidat? Wieder kein Tippfehler. Und ein weiterer Beweis, dass Volleyball nicht nur in großen Städten erfolgreich gespielt wird, wo auch Matthis Horstjan sein Handwerk gelernt hat. Der feierte nach dem Turnier – na, wo wohl – erst einmal daheim mit Freunden in Emsbüren. Aber das, so Matthis, soll mit dem ersten Match am kommenden Wochenende in die neue Heimat verlegt werden.

Aktualisiert ( Donnerstag, den 14. September 2017 um 14:57 Uhr )
 

Das Team Zweite Liga für 2017/2018

Mittwoch, den 10. September 2014 um 16:31 Uhr

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Aktualisiert ( Sonntag, den 17. September 2017 um 08:47 Uhr )
 

Der Neue: Matthis Horstjan

Samstag, den 09. September 2017 um 06:47 Uhr
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Aktualisiert ( Samstag, den 09. September 2017 um 07:10 Uhr )
 

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